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Monika Schramm zeigte Elemente der Basisausbildung mit I Nokta

1994 war es nur eine kleine überschaubare Gruppe von Pferdebesitzern, die sich den exotischen Pferderassen der eurasischen Länder von Türkei bis Kirgisien verschrieben hatte.

Trotzdem war das Engagement der IG Karabagh und eurasische Pferderassen e.V. , kurz „IG“ mit den europaweit 46 Mitgliedern für die Veranstaltung am Sonntag, den 14. 07. 2019 auf dem Rollehof einfach gigantisch, das Wetter spielte mit -nicht zu heiß und kein Regen - und bis auf eine notfallbegründete Absage zweier Kabardiner Pferde war die Veranstaltung durch ihre Vielfalt absolut beeindruckend.

Verena Scholian, die Vorsitzende, betonte zu Beginn, dass es dem Verein ganz besonders wichtig war und aufgrund des aktuellen politischen Weltgeschehens auch aktueller denn je: Pferde trennen keine Völker, Pferde verbinden Länder, Völker und Menschen! Sie taten das schon vor Dschingis Khan und sie tun das auch heute noch. Und das ganz ohne politische oder religiöse Ziele!

Hervorzuheben ist die die Anwesenheit von vier Gästen aus Aserbaidschan. Darunter Bahruz Nabiyev, Vizepräsident der ARAF, (Azərbaycan Respublikası Atçılıq Federasiyası), der der IG wertvolle Geburtstagsgeschenke überreichte.
Eine Urkunde bestätigt ein ganz besonderes Präsent des Präsidenten Elchin Guliyev, der der IG drei aserbaidschanische Karabaghstuten vermachen willl, um die Karabaghzucht außerhalb des Ursprungslandes aufzufrischen.

Apropops Karabaghpferde; vier der Schaunummern widmeten sich dieser Rasse, aber auch anderen Pferden aus Aserbaidschan. Als weitere Gäste durfte die IG Habil Cingiz Lalayev aus Sheki, einen Züchter der noch geringeren Population der Dillbosspferde, Günay Rehimbeyli, die aus Baku angereiste Vertreterin der IG in Aserbaidschan aus Baku und nicht zuletzt Herrn Umud Mirzijew, den Vize Präsidenten des „International Eurasia Press Fund“ in Erbach begrüßen.

Dass diese Veranstaltung auch für Erbach etwas Besonderes war bestätigte die Anwesenheit des stellvertretenden Bürgermeisters, Erster Stadtrat Erwin Gieß.

Familie Müller vom Rollehof in Erbach hatte für dieses Jubiläum nicht nur die Reitanlage für einen Tag zur Verfügung gestellt, sondern sich auch an einem Großteil der hierfür notwendigen Arbeiten. Recht herzlichen Dank dafür.

Im Programm waren zu sehen: Rasseportraits von Achal-Tekkinern, Budjonnys, Don-Pferden, Karabaghen, Turan und Yorga. Letztere fanden besonderen Gefallen beim Publikum, da sie diese Rasse noch nie irgendwo gesehen, vielleicht nicht einmal davon gelesen hatten.

Viel Beifall erhielt unter anderem der Budjonny Vedus, der seiner Besitzerin auf Kommando einen Futtereimer brachte.

Serko mit Rebecca KunkelAber auch die berittenen Bogenschützen auf Karabaghstute Sirli ernteten Applaus bei jedem gelungenen Treffer, wobei die hier eingesetzte Karabaghstute Sirli kurzfristig für diesen Job einspringen musste und trotz der nur dreitätigen Einarbeitung mit ihrem Reiter (Murathan Adigüzel) eine erstaunliche Begabung zeigte, was für diese Rasse typisch ist.

Das Gestüt Bäuerle zeigte beim „dog and jump“, dass ein Achal-Tekkiner fast genauso schnell einen Parcours absolvieren kann wie ein Australian Cattledog mit seinem Frauchen. Die Truppe aus dem Gestüt Friesenhof überzeugte die Zuschauer von der Unerschütterlichkeit ihrer Pferde. Die Araberstute Ebony-Aisha und ihre Tochter Elenya (von Serko) bewiesen unter ihren Reitern im Trail mit Plane, Schirm und Pferdehänger Mut und Rittigkeit.

Vertrauen zu seiner Reiterin hatte auch der mit Halsring gerittene Yorga aus Aserbaidschan. „Karagöz“, der von seiner Reiterin Sabrina Schreibner ebenfalls in einem Hindernisparcours gezeigt wurde, konnte auch er seine besondere Gangveranlagung präsentieren. Ausprobieren konnten diese anderen Gänge Interessierte am Ende der Veranstaltung auf dem braven aserbaidschanischen Quba Belthaine.

Neu war für die Zuschauer auch die Pferderasse Turan. Die Rückzüchtung der Pferde des ehemals osmanischen Reiches ist eine Rasse, die ihre Reiter bei der Eroberung großer Gebiete unterstützte und sich wegen ihrer Eigenschaften erfolgreich über riesige Länder verbreitete. Als Vertreter wurde I-Nokta, eine Kreuzung aus Karabagh, Achal-Tekkiner und Vollblutaraber, in der Basisausbildung von Monika Schramm vorgestellt.
Donhengst Gabr, einer von zwei Donhengsten in Deutschland, zeigte die Vorzüge seiner Rasse unter Niko Müller in einer Dressur. Der Hengst, der in der Original- Zäumung der Kosaken präsentiert wurde, war vor einigen Jahren Teilnehmer des Kosakenritts Moskau - Paris, und ist erfolgreich im Deckeinsatz. Darüber hinaus wurde auch Donhengst Habit unter Sonja Seidel präsentiert.

Auch der Karabaghhengst Serko, von Rebecca Kunkel vorgestellt, gehört zu einer sehr seltenen und vom Aussterben bedrohten Rasse, er ist einer von 7 gekörten Hengsten in Deutschland.

Krönender Abschluss der Veranstaltung war die Feuershow des "Showteam Allegria" mit Cathy Field und ihrem Pferd Sandokan, dem Karabagh-Hengst Ada, der mit seiner Besitzerin Silke Ehrenberger durchs Feuer geht und natürlich dem unerschrockenen Feuerteam am Boden. Beachtlich dabei war, dass keiner, der auf der Veranstaltung präsentierten Hengste auch nur Anstalten zu irgendeinem Ungehorsam machte, obwohl Stuten immerhin in erreichbarer Nähe waren.

Durch den vorbildlichen Arbeitsdienst der Mitglieder der IG Karabagh konnte diese Veranstaltung erst zu dem werden, was sie war. Ein beeindruckendes Schaubild seltener Pferderassen aus Osteuropa!

Text: Verena Scholian
Fotos: IG Karabagh

 

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