ElayaPonys und Pferde aus Hessen – auch überregional erfolgreich

Gleich mehrfach konnten sich im Jahr 2017 Ponys und Pferde aus Hessen in bundesweiter Konkurrenz behaupten. Den Anfang machten die Stute Elaya (Joachim Müller) und der von Günther Lüdders in Mecklenburg gezogene Hengst Landmesser (Landgestüt Dillenburg, jetzt Ralf Finke) auf der FN-Bundes-Kaltblutschau Berlin. Beide erreichten vordere Platzierungen und die FN-Bundesprämie.

Ebenfalls in Berlin fand die FN-Bundeshengstschau Fjordpferde statt, wo hessisch gezogene Hengste im Vorderfeld der Jahrgangsklassen kräftig mitmischten. Mit Valentino LGKS (Landgut Kemper & Schlomski), Doven (Zü.: Wilhelm u. Heidi Eitenmüller, Bes.: Julia Keil), Ilmar (Zü.: Brigitte Meerkötter, Bes.: Familie Neuß), Damar (Silke u. Jürgen Eitenmüller) und Golf Gudena (Zü.: Dänemark, Bes.: Elisabeth u. Reinhold Eitenmüller) wurden fünf Hengste aus Hessen mit der Bundesprämie ausgezeichnet.

Lydissa Foto NösingerDie schon auf der Eintragung Erbach hoch bonitierte Fjordstute Lydissa (Zü.: Elisabeth u. Reinhold Eitenmüller, Bes.: Hilmar-E. Ostermann) gewann in Odenthal den bundesweiten IGF-Zukunftspreis.

Der von Carola Krokowski gezogene Islandhengst Gear von der Igelsburg (Bes.: Sina Günther) gewann auf der Deutschen Meisterschaft der Islandpferde in Wurz das Zuchtchampionat der älteren Hengste, erhielt die FN-Bundesprämie und qualifizierte sich für die Weltmeisterschaft. Auch der zweitplatzierte Hengst Odinn vom Habichtswald (Maria Siepe-Gunkel) stammt aus hessischer Zucht.

Ebenfalls im Sommer wurde die Welsh Cob Stute Bergtor Welsh Madleen der Züchterfamilie Dr. Spengler Gesamtsiegerstute der IG Welsh Bundesschau in Thüringen. Der in Hessen von Inge Kreuzer gezogene Marvellous Simon (Bes.: Claudia u. Lutz Quasnitza) wurde Siegerhengst der Bundesschau der IG Connemara, und die in hessischem Besitz (ZG Müller & Pfeffer) befindliche, irische Stute Vinura Milly wurde Gesamtsiegerstute und „Best in Show“.

Im Herbst des Jahres 2017 konnte der Zuchtverband Hessen gleich zwei Reitpony-Bundeschampions in Warendorf feiern, nämlich Clooney (Nadine Krause) als Champion der fünfjährigen Dressurponys und Cosmo Royale (Danica Duen) als Champion der dreijährigen Reitponyhengste.

Kurz darauf wurde die Haflinger Stute Aurora StPrSt (Haflingergestüt Stange) auf der FN-Bundesstutenschau in Münster Bundessiegerin der jüngeren Stuten. Fjordhengst Ilmar vertrat die deutschen Farben international beim TREC-Reiten im französischen Lamotte-Beuvron, und Fjordbakkens Sidan (Zü.: NN, Bes.: Familie Neuß) holte Platz vier im Bundesweiten Freizeitpferde-Championat Verden.

 

Traditionelle Zuchtveranstaltungen

RM D DarlinAber zurück zur Pony- und Pferdezucht in Hessen: Die Frühjahrskörung und Eintragung in Alsfeld sah an der Spitze den Hengst Ferdinand von Ottawa (Aegidienberger) aus der Zucht von Inge Ottawa und dem Besitz von Marie Wendel. Auf dem eigenen Termin für Islandhengste in Kaufungen mit Jungpferde-Materialprüfung und Körung hieß der Siegerhengst Marius vom Blocksberg, gezogen und vorgestellt von Andrea Mitgau.

Mit 47 drei-und vierjährigen Stuten aus neun Rassen war Alsfeld wieder der stärkste Eintragungstermin des Jahres 2017. Die Tages-Siegerstute RM D-Darlin (Roland Maier) kam aus der Rasse Deutsches Reitpony. Als Prämien-Anwärterinnen und jeweils Beste ihrer Rasse sind ebenso zu nennen Bahia (Haflinger, Haflingergestüt Stange), Elenya (Karabagh, Karabagh-Gestüt Friesenhof GbR), Savay Breeze of Summer (Welsh, Zü.: Sabine Weiß, Bes.: Marie-Theres Heil), Gilsbachs Athena (Shetland, Gabi Trümper-Blos), Pinova aus dem Spessart (Deutsches Classic Pony, Simone Glück) und Lendorfs Kataleya (Deutsches Partbred Shetland Pony, Sylvia Lohmann).

Auf dem zentralen Fjord-Eintragungstermin Erbach war Jilia (Silke u. Jürgen Eitenmüller) die beste von 19 Nachwuchsstuten, punktgleich bewertet mit der Reservesiegerin und späteren IGF-Zukunftspreis-Siegerin Lydissa (s.o.). Die Anzahl von zehn Prämien-Anwärterinnen in Erbach verdeutlicht das hohe Qualitätsniveau der Fjordzucht in Hessen.

Gilsbachs Athena Foto HeckerEinen echten Lichtblick brachte auch die Stutbuch-Eintragung im Rahmen der Hessischen Landes-Kaltblutschau Usingen. Hier wurde Elopa (Michael Kunkel) nicht nur mit der höchsten Bewertung eingetragen, sondern gleich auch noch Gesamt-Reservesiegerin der Schau.

Rahmen, Fundament und taktsicheren Schritt erhalten

Aus den Eintragungsterminen der Stuten, und übrigens auch der Hengste, resultiert die Erkenntnis, dass in vielen Rassen bei aller Qualität in Typprägung und Trab-Bewegung weiterhin besonderes Augenmerk auf die Merkmale Rahmen, Substanz und Schritt gelegt werden muss. Auch die Erhaltung eines korrekten, stabilen Fundaments bleibt eine wichtige Aufgabe der Zuchtarbeit.

Wenn von den Zuchtschauen des Verbandes berichtet wird, geschieht dies stellvertretend für zahlreiche weitere Erfolge hessischer Ponys und Pferde in sportlichen und züchterischen Wettbewerben unterschiedlichster Veranstalter.  

Neben der großen Hessischen Island-Fohlenreise gab es wieder gut besetzte Prämienfohlenschauen des Verbandes in Alsfeld-Eifa, Offenthal und Usingen, letztere wie immer kombiniert mit der Hessischen Landes-Kaltblutschau. Hier gewann die Schwarzwälder Stute Waleria des Züchters Frank Schmidt die Siegerschärpe aller Rassen, gefolgt von der oben erwähnten Rheinisch Deutschen Stute Elopa (Michael Kunkel) als Reservesiegerin.

Aus den Leistungsprüfungen Erbach bleiben vor allem die Reitponyhengste Dreamer (Zü.: Anke und Jens Koch, Bes.: Reinfried Pohl), Hesselteichs Don’t Forget Me (Gestüt Hesselteich) und My Lord HW (Zü.: Claus Wohlers, Bes.: Zuchthof Frank) in guter Erinnerung, aber auch die Fjordhengste Daim (Zü.: Silke u. Jürgen Eitenmüller, Bes.: Monika Knebel), Harvard (Zü.: Gerd Ostermann, Bes.: Fjordgestüt Fjellhorn) und Stian (Christian u. Stephanie Eitenmüller). Bei den Stuten erzielten die Fjordstuten Léonce und Linee, beide aus der Zucht von Silke u. Jürgen Eitenmüller, die besten Ergebnisse. In Dillenburg holte der österreichische Noriker Hengst Gino Vulkan (Bes.: Stefan Schwarz) die Tageshöchstnote in der kombinierten Zug- und Fahrprüfung, neben verschiedenen talentierten Ponys in der Fahrprüfung.

Verlieren die Hengstkörungen an Bedeutung?

bestaende im vpphOhne hessische Beteiligung blieben diesmal die süddeutsche Hengstkörung für Haflinger und Edelbluthaflinger in München und auch die Reitpony-Körung der Ponyforum-Zuchtverbände, die nach dreijähriger Präsenz in Alsfeld erstmals in Münster-Handorf durchgeführt wurde.

Süddeutsch ausgeschrieben war aber die Alsfelder Körung im Oktober, mit guter Bereicherung durch Hengste aus anderen AGS-Verbänden (Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Pferdezuchtverbände). Beide Siegerhengste kamen aus der Rasse Welsh: bei den Junghengsten zur Erstkörung war es Friedrichshof Hot Twix (Welsh Cob, Detlef Schwolow) und bei den bereits gekörten Hengsten zur Anerkennung der Welsh A-Hengst De Weyerds Houston (Sabine Stiem).

Mit 26 Hengstanwärtern aus den süddeutschen Verbänden und sieben weiteren, schon gekörten Hengsten zur Prämierung erreicht die süddeutsche Körung bei weitem nicht die Größenordnung früherer Jahre. Ähnlich sieht es, ob im Herbst oder Frühjahr, bei regionalen hessischen Körveranstaltungen aus. Offenbar hat die Selektion und „Zuchtzulassung“ der Hengste nicht mehr den Stellenwert vergangener Jahre, zumal die gegenseitige Anerkennung und Übernahme von Hengsten unter den Zuchtverbänden (fast) problemlos funktioniert.

Umso mehr sollten die Zuchtstuten in den Blickpunkt rücken. Jeder Züchter weiß, wie wichtig die Stuten für alle Vererbungsleistungen sind, im eigenen Betrieb, in der regionalen Population, in der Rasse insgesamt. Qualitätvolle, konsequent selektierte Stutenfamilien bieten Vererbungssicherheit und lassen ebenso qualitätvolle Nachkommen erwarten.    

Ein Staatsehrenpreis des Landes Hessen für besondere züchterische Leistungen in der Pferdezucht wurde im Berichtsjahr 2017 nicht vergeben. Der Turnus soll künftig drei Jahre betragen. Ein vergleichbarer „Verbands-Ehrenpreis“ ist im Gespräch.

Allen Züchtern und Freunden hessischer Ponys und Pferde viel Glück und Erfolg im Jahr 2018!

Florian Solle

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